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Kirchengemeinde Lindenhardt

ANDACHT

 

Liebe Gemeinde,

 

"was ist eigentlich aktuell erlaubt?" Diese Frage stellten sich viele, nicht zuletzt in den Kirchengemeinden, während der Einschränkungen durch Corona.

"Was wird in Zukunft noch erlaubt sein?", fragen sich viele Landwirte angesichts ständig neuer Vorschriften, die eine sinnvolle Zukunftsplanung oft schwer machen.

"Was sollte in unserem Land erlaubt sein, was nicht?" Über diese Frage wird in Bayern zuletzt wieder heiß diskutiert: Cannabis auf der Wiesn – darf's das geben? Gendern in den Schulen – macht das nicht unsere Sprache kaputt?

"Was ist eigentlich erlaubt, was ist verboten?", fragten sich auch viele unter den ersten Christinnen und Christen. In den wachsenden Gemeinden der neu entstehenden Religion gab es darüber immer wieder heftige Diskussionen: Da waren sogenannte Judenchristinnen und -christen, die meist noch an den jüdischen Reinheitsgeboten festhielten und diese mitunter als verbindlich für alle ansahen. Und da waren die sogenannten Heidenchristinnen und -christen, denen die jüdischen Vorschriften fremd waren und für die sich die Frage stellte: "Muss ich mich jetzt auch an alle diese Regeln halten?"

Der Missionar Paulus gibt der jungen Gemeinde in Korinth auf eine konkrete Anfrage hin eine überraschende Antwort: "Alles ist mir erlaubt"! Viele werden da gleich zusammengezuckt sein: "Alles erlaubt? Sollen dann einfach alle machen, was sie wollen?"

So einfach ist die Sache für Paulus dann doch nicht. Denn unser Monatsspruch für Mai geht noch weiter: „Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist mir erlaubt, aber nichts soll Macht haben über mich.“ (1. Kor 6,12)

 

Erlaubt oder verboten – die Antwort des Paulus durchbricht das starre Entweder- Oder. Stattdessen gibt er der Gemeinde in Korinth zu denken: „Überlegt doch mal: Was stärkt eure Gemeinschaft? Was dient dem Guten? Was hilft deinem Nächsten im Glauben und im Leben? Was solltest du in deinem eigenen Interesse lieber sein lassen, weil du dich da etwas aussetzt, das dir selbst nicht gut tut?“

Das ist etwas anderes als ein schulterzuckendes: „Mach doch, was du willst.“ Aber eben auch kein autoritäres: „So geht’s und nicht anders.“ Stattdessen müssen wir als Christinnen und Christen immer neu nach dem Sinn von Geboten fragen – und danach, wie sie dem Guten dienen. Im Gespräch bleiben, auch wenn’s anstrengend werden kann. Und bei allem nicht das Ziel aus den Augen verlieren.         

     

 

Pfarrer Severin Wagner